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Wein in Sachsen

Der Charakter der Weine, die im Mikroklima des Elbtals heranreifen, ist mit drei Worten umschrieben: Klassisch, sächsisch, trocken. Klassisch steht dabei für die über 800-jährige Weinbautradition und die überwiegend weißen Rebsorten. Sächsisch meint kraftvolle, fruchtbetonte und variantenreiche Weine, geprägt von sehr unterschiedlichen Bodenarten. Der Kunst der Winzer und Kellermeister ist es schließlich zu verdanken, dass nördlich des 51. Breitengrades überwiegend trockene Weine mit echtem Charakter entstehen.

Ungeahnte Vielfalt

Spitzhaus Radebeul Insgesamt 37 angebaute Rebsorten machen den sächsischen Wein sehr vielgestaltig. Hauptrebsorte ist der Müller-Thurgau, danach kommen Riesling und Weißburgunder. Scheurebe und Traminer zählen zu den Raritäten und begeistern mit ihrem ausgeprägten sortentypischen Bukett nicht nur echte Weinkenner. Auch Sachsens Winzern reagieren auf die vermehrte Nachfrage nach Rotwein, sie bevorzugen bei Neupflanzungen zunehmend rote Sorten. Spätburgunder und Dornfelder stehen ganz oben in der Gunst. In optimaler Lage angebaut und konsequent im Ertrag reduziert, können sie kraftvolle Weine hervorbringen.

Mit umfangreichen Investitionen im Kellerbereich und der Überzeugung, dass Qualität im Weinberg anfängt, hat sich in den zurückliegenden Jahren in Sachsen viel getan. Dennoch kein Grund, mit dem jetzigen Stand zufrieden zu sein. Das Maß des Möglichen geben auch in Sachsen so genannte Spitzenweingüter vor, deren Weine blind verkostet in der Fachwelt bereits für einiges Aufsehen sorgten oder in entsprechenden Publikationen Würdigung erfuhren. Gesundes Lesegut, hohe Reife und schonender Umgang mit den gelesenen Trauben sind wichtige Bausteine dieser Qualitätsphilosophie. Dazu gehört auch die Art der Bewirtschaftung der Rebflächen. So arbeiten die meisten der 22 Haupterwerbsbetriebe nach den Richtlinien des kontrollierten umweltschonenden Weinbaus.

Deutschlands kleinstes Weinbaugebiet

Zum Vergleich mit der Situation Anfang der neunziger Jahre ist die Rebfläche um 100 Hektar auf knapp 450 Hektar angewachsen ist. Damit ist Sachsen zwar immer noch das kleinste deutsche Weinanbaugebiet (0,41 Prozent der deutschen Rebfläche), verleiht jedoch mit diesem Flächenzuwachs seiner Präsenz auf dem regionalen Markt ein größeres Gewicht. Mit einer durchschnittlichen Mosternte unter 45 Hektoliter je Hektar Rebfläche bleibt der sächsische Wein auch weiterhin eine Rarität. Ein Grund, warum er selten außerhalb der Region zu finden ist, zugleich erklärt es auch seinen stolzen Preis. Eine Rolle spielen auch klimatische Unwägbarkeiten wie etwa Spätfröste, die zum Teil die Rebstöcke nicht überstehen. Auch die Kulturlandschaft selbst, die zum überwiegenden Teil gekennzeichnet ist von Hang- und Steillagen, ist für die Preisgestaltung verantwortlich. Die typischen Terrassen werden nach wie vor von Hand bewirtschaftet. Aufwändig sind zudem Erhalt und Pflege der Trockenmauern. Und so verstehen sich Sachsens Winzer über die Produktion von Wein hinaus auch als Hüter einer gewachsenen und erhaltenswerten Kulturlandschaft.

Ansprechpartner für Informationen zur Sächsischen Weinstraße

Weinbauverband Sachsen e.V.
Fabrikstraße 16
01662 Meißen
Telefon 03521/7635-0
www.weinbauverband-sachsen.de

Textgrundlage: SachsenMagazin Spezial, in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Sächsisches Elbland
Mit freundlicher Genehmigung