Geschichte
Klein aber fein
Das kleinste Weinbaugebiet in Deutschland überrascht mit einem ganz besonderen Weinangebot und einem faszinierenden Landstrich, dem Sächsischen Elbland. Bilder und Emotionen einer touristischen Route, der Sächsischen Weinstraße, verbinden sich mit dem romantischen Elbufer, barocken Schlössern und geschichtsträchtigen Städten.
Der Weinbau in Sachsen prägte das Bild der Landschaft im Elbtal und beeinflusste als einer der bedeutendsten sächsischen Wirtschaftszweige mehrere Jahrhunderte lang Kultur und Tradition der Menschen. Mit insgesamt 450 Hektar ist Sachsen das kleinste deutsche Weinbaugebiet und erbringt durchschnittlich 0,3 Prozent des deutschen Weinmostertrages.
Von der Lausitz bis zur Elbe
Die erste urkundliche Erwähnung des Weinbaus in Sachsen stammt aus dem Jahr 1161. Nachweislich erlebte die Rebkultur ab dem 11. Jahrhundert mit den Klöstern einen stürmischen Aufschwung und erreichte im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Damals erreichte der sächsische Weinbau rund 5000 Hektar Rebfläche von der Lausitz bis ans Elbufer.
Reblaus und Industrienation
Verbesserte Verkehrswege und die damit verbundenen Erweiterung des Marktes verdrängte Anfang des 19. Jahrhunderts den Wein als vorherrschendes Getränk, die Anbaufläche betrug nur noch 1700 Hektar. Aber die Hauptschuld am Niedergang der sächsischen Weinwirtschaft trug, die Industrialisierung. Aus Bauern wurden Arbeiter, eine unvorstellbare Landflucht setzte ein. Dann zerstörten Reblaus und Echter Mehltau große Rebbestände - um 1912 war in Sachsen nur noch kümmerliche 150 Hektar Weinberge übrig geblieben.
Aufrebung
In der DDR spielte der Weinanbau lange keine Rolle. Erst mit Beginn der 1980er Jahre wurden im Elbtal zahlreiche brachliegende und verödete Flächen aufgerebt, 1989 gab es bereits wieder 310 Hektar Weinberge, zwischen 1994 bis 2003 kamen nochmals 134 Hektar Fläche dazu. Diese relativ kleine Fläche bietet mit 37 verschiedenen Rebsorten eine extreme Vielfalt an Weinen.
Weißweine von besonderer Qualität
Die Spitzenqualitäten bei den Weißweinen werden durch die besonderen klimatischen Verhältnisse in Sachsen möglich. Hier dominiert bereits das Kontinentalklimas. Das Elbtal liegt mit einer Sonnenscheindauer von 1.570 Stunden im Jahresmittel gleich, teilweise noch über dem der anderen deutschen Anbaugebiete. Bei ausreichend hohen Niederschlägen, schafft die hohe Anzahl der Sonnenstunden optimale Bedingungen für das Reifen und Wachsen der Reben.
Zudem gilt, je mehr man sich der Anbaugrenze des Weines nähert, desto reicher wird er von Natur aus an Aroma- und Bukettstoffen. Der stete Wechsel von Tageswärme und Kühle der Nacht, die Aufeinanderfolge von Sonnenschein, Regen und Wind, die ständig wechselnden Reize, das Bestreben des Rebstockes, sich dagegen zu behaupten, das schafft diese besonderen Bedingungen. Je langsamer die Natur die Trauben zur Reife führt, desto köstlicher und aromatischer werden sie sein. Der besondere Charakter des Sachsenweines wird aber auch durch die sehr unterschiedlichen Bodenarten mit Granit, Sandstein, Löss, Ton und Flusssanden.
Das Anbaugebiet Sachsen untergliedert sich in die Bereiche Meißen und Elstertal. Der Bereich Meißen besteht aus den Großlagen Spaargebirge, Schlossweinberg, Elbhänge und Lößnitz. Insgesamt gibt es in Sachsen 17 Einzellagen, einige davon mit dem typischen Terrassenweinbau. Die terrassierten Steillagen sind ein besonderes Kleinod des Weinbaus in Sachsen, denn hier am steilen Hang, im Widerschein der Elbe und der Rückstrahlung der Bruchsteinmauern gedeihen die großen Weine dieser Region wie Weiß- und Grauburgunder und vor allem Traminer.
Textgrundlage: SachsenMagazin Spezial, in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Sächsisches Elbland Mit freundlicher Genehmigung